Buntes Bilderwerk der DG-Kurse – Nachgedanken zur Werkschau 2019

Scarlett Hermann-Schenk

Am 21. Februar präsentierte die dritte Werkschau in diesem Jahr wieder ein buntes Bild quer durch die Arbeitsprozesse der verschiedenen D&G-Kurse unserer Schule.

Werkschau? Was ist das?

Eine Werkschau zeigt Teilergebnisse eines Arbeitsprozesses, die noch nicht ganz bühnenreif sind, aber präsentabel für die Arbeit. Da es sich um einen Auszug handelt, sollte auch an dieser Stelle eine kreative und durchaus kritische Diskussion durch das Publikum geführt werden. Aus dem Grund ist die Veranstaltung für Laien geschlossen und nur für D&G-Schüler*innen gedacht, die als geschultes Publikum die anderen Kurse bei ihrem Prozess durch fachliche und kreative Kritik weiterbringen sollen. Nebenbei sollen sie auch Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen können. Sie erkennen vielleicht zudem noch, was sie schon alles gelernt haben.

Was gab es zu sehen?

Zunächst veranschaulichte der 6er-Kurs von Frau Borstelmann (BORS) die Ballade „von Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ als Schattenspiel. Dann bewegten sich einige Schülerinnen und Schüler aus dem 6er-Kurs von Frau Plieth (PLIT) im Tanzsack mit Musik aus dem Ballett „der Nussknacker“.

Der erste Kurs (PLIT) des 7. Jahrgangs führte ein Zeugnissketch auf, in dem alle eine kleine Rolle hatten und zum Schluss die Lehrerin bekannte, dass sie die Zeugnisse vergessen habe. Der zweite Kurs unter der Leitung von Frau Hermann-Schenk (HERM) führte einen Unfall in einem Labor, wonach sich die Bakterien vermischten, auf. Die Besonderheit war hier, dass das Laborinterieur durch die einzelnen Spieler dargestellt wurde.

Der Kurs in Jahrgang acht (PLIT) zeigte einige Ausschnitte aus dem Roman „Im Chat war er noch so süß“ und thematisierte damit einen medienkritischen Umgang.

Die zwei Kurse des 9. Jahrgangs stellten ebenfalls Auszüge aus ihrem aktuellen Stück dar, allerdings jeweils in der Form und im Inhalt verschieden. Der Kurs von Frau Plieth improvisierte einige Szenen aus „Superstar“, der Kurs von Frau Neugebauer (NEUG) zeigte eine Minifolge, die sie erst ganz frisch einstudiert hatten. Interessant daran war die unterschiedliche Vorgehensweise.

Zum Abschluss zeigte der Kurs des zehner Jahrgangs einen Auszug aus dem Musical „Westsidestory“ sowohl aus den Bereichen Gesang, Tanz und szenisches Spiel. Die Jugendlichen hatten sich in unterschiedlichen Gruppen aufgeteilt, um jeden Bereich für sich bearbeiten zu können. An diesem Musical soll die Arbeit mit der Unterstützung des Lehrers Olaf Boelsen fortgeführt werden.

Einige Besucher hatten wir ebenfalls; anwesend waren neben einigen Eltern auch Frau Susanne Linn vom Kompetenzteam des Fachs Darstellen und Gestalten von der Bezirksregierung. Sie kommentierte die Werkschau als ein diszipliniertes freundliches Miteinander, wobei für die einzelnen Gruppen die nützliche Kritik durch das Publikum für ihre eigenen Arbeitsprozesse fehlen würde.

Wie hat es geklappt?

Der Ablauf lief reibungslos, allerdings war das Bühnenbild oft sehr sparsam, der Einsatz von Requisiten entsprechend auch. Den Schüler*innen fehlte häufig das Üben auf der Bühne sowie die Bühnenerfahrung. Manche erzählten bei dem Interview nach ihrer Darbietung, dass sie überhaupt erst seit wenigen Stunden an der Bühnenpräsentation arbeiten würden. Viele waren deutlich zu leise, standen viel am Platz und erzählten ihren Text auswendig herunter, ohne ihn zu spielen, ohne ihm Leben zu geben. Es gab einige Highlights, die mit viel Applaus begleitet wurden.

Frau Hermann-Schenk moderierte nach jeder Showeinheit die Publikumsbefragung, was besonders gelungen war und woran die Gruppe noch arbeiten könnte.  

Unsere Schülerinnen und Schüler gingen alle ausgewählt freundlich miteinander um, deswegen gab es praktisch keinen Tadel. Hervorgehoben wurde das Positive. Da es sich um die dritte Werkschau handelt, muss auch das kreative Kritisieren noch geübt werden.

Wieso ist Kritik denn so wichtig? Kann man darauf nicht verzichten, schließlich mag keiner Kritik?

Wenn wir ein Theaterstück besuchen, dann fragen wir uns, wie Bühnenbild, Musik, Licht und Gestaltung des Textes auf uns gewirkt haben. Ganz unwillkürlich denken wir darüber nach, wieso die Kostüme so aussahen, warum die Musik eingesetzt wurde, was uns dies über die Geschichte erzählt und ob wir meinen, dass es passend war.

Vor allem möchten wir verstehen, was auf der Bühne vor sich geht. Wir möchten verzaubert werden von der körperlichen, stimmlichen, tänzerischen, musikalischen Leistung, die wir sehen und wir möchten denken, dass wir das nicht so gut hinbekommen hätten. Wenn wir glauben, dass wir es vielleicht sogar besser gekonnt hätten, dann sind wir nach dem Besuch enttäuscht. Wenn wir den Inhalt nicht verstehen, der Geschichte nicht folgen können oder sich jemand auf der Bühne lächerlich macht, weil er etwas gar nicht kann, dann sind wir enttäuscht.

Also gilt es für unsere D&G-Schüler*innen, nicht einfach nur zu kritisieren, weil man es ja aus dem Zuschauerraum immer besser weiß, sondern die fachliche Ebene zu betrachten und sozusagen als Profis zu begutachten und zu unterstützen. Kritik in dieser Hinsicht ist der Motor für eine gute, verständliche Leistung auf der Bühne, für die sich niemand schämen muss, auch vor einem ungeschulten Publikum wie Eltern, Erwachsene und andere Schulgruppen.

Ein letztes Wort!

Besonderen Dank gilt es dem Technikteam auszusprechen, das dafür gesorgt hat, dass das meiste reibungslos klappte. Aufgrund der zeitlichen Begrenztheit war eine technisch gute Generalprobe nicht für alle Kurse möglich. Dennoch ist es sehr freundlich und hilfreich, wie bemüht die einzelnen Teammitglieder sind, uns bei unserer Arbeit, so gut es geht, zu unterstützen.