Rezension zum Theaterstück: ,,Tschick“

Leon Semic (Kl. 9)
Nachdem die 8. Klasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ im Deutschunterricht ausgiebig besprochen hatte, machte sich die Klasse auf, am Freitag, den 29.06.2018 einen Ausflug ins Dortmunder KJT Theaterhaus in der Sckellstraße zur Aufführung des gleichnamigen Theaterstücks anzutreten. In das Theater passen 150 Personen und es waren alle 150 Plätze zu der Aufführung des gleichnamigen Jugendromans ,,Tschick“ ausverkauft.,,Tschick“ wird durch Facetten aus einer Mischung von ,Komödie‘ und ,Abenteuer‘ in dieser Interpretation des Theaterstücks mit vielen Emotionen dargestellt.
Doch worum geht es in diesem Theaterstück, das bis auf den letzten Platz ausverkauft ist? Maik Klingenberg wohnt in Berlin-Marzahn und wird die Sommerferien allein verbringen, denn seine Mutter besucht mal wieder die „Beauty-Farm“, wie sie die Entzugsklinik für Alkoholiker nennt und sein Vater muss dringend mit einer jungen Assistentin auf „Geschäftsreise“. Doch Maik ist nicht böse, sein Vater hat ihm 200 Euro und ein sturmfreies Haus hinterlassen. Er macht sich nur Gedanken über das schönste Mädchen der Klasse, das ihn nicht auf die eigene Geburtstagsparty eingeladen hat.
Doch dann kommt ,Tschick‘ als neuer Schüler in seine Klasse, der ,Asi-Russe‘, der gelegentlich mit einer Alkoholfahne zum Unterricht erscheint und meistens allgemeines Desinteresse ausstrahlt. Tschick kommt mit einem geklauten Lada zu Maik nach Hause und plötzlich hat er eine Idee wie er den Sommer mit coolen Abenteuern verbringen kann. Eine aufregende Reise, durch Deutschland,  mit vielen seltsam und emotionsgeladenen Begegnungen, beginnt. Auf einer Müllkippe begegnen sie Isa, dem geheimnisvollen verrückten Mädchen. Unerwartet kommen sich Isa und Maik näher und strahlen Zufriedenheit aus…
Trotz der Persönlichkeitsunterschiede zwischen dem wilden Tschick und dem introvertierten Maik beginnt eine große Freundschaft.  Beide sind zwei Außenseiter aus unterschiedlichen Gründen, die den Wunsch nach Abenteuer und aufregenden Sommerferien haben – aber vor allem nach Akzeptanz und Bestätigung in ihrem Anderssein. Ein polarisierendes Theaterstück für Jung und Alt mit vielen gemischten Emotionen.
Das Theater glänzt mit einer breit gefächerten Ausstattung, die mit Requisiten wie moderner Kleidung, Boxen an den Wänden (für die Musik), einer Leinwand, Kameras, Beamer und nicht zu vergessen, dem Lada, ausgestattet ist. Die Kleidung ist den jeweiligen Szenen immer sehr gut angepasst und typgerecht ausgelegt. Das Theaterstück überzeugt außerdem mit einem guten Sinn für Details, was durch den Schauspieler der Tschick darstellt (Thorsten Schmidt) deutlich wird: Sein russischer Akzent ist sehr authentisch.
Die Atmosphäre im Theater ist grandios. Es wird eine unterhaltsame packende Jugendsprache verwendet, die natürlich sehr gut bei den jugendlichen Zuschauern ankam. Das Theaterstück ist packend, lustig und es macht vor allem Spaß es anzuschauen, weil die allgemeine Umsetzung des Jugendromans durch die Schauspieler in den zahlreichen Szenen authentisch und unterhaltsam umgesetzt wird.
Zum Schluss erhielt ich noch die Chance einen Zuschauer über seine Meinung des Theaterstücks zu interviewen. Ich fragte Tristan Stommel was ihm besonders gut gefallen hat. Tristan berichtete: ,,Mir hat es sehr gut gefallen, da das Theaterstück viele Rollen, aber dafür wenige Schauspieler hatte. Die Umsetzung des Romans war einfach auch durch die schauspielerische Leistung super“ Zudem hat die Art und Weise des Schauspiels sein Interesse geweckt, da die ,,Optik, Mimik und Gestik der Schauspieler einfach nur überragend war“, fügt er hinzu.
Das Theaterstück ist für jedes Alter  empfehlenswert. Wer sich in heranwachsende Jugendliche hineinversetzen möchte und junge Menschen in der Pubertät im Anderssein verstehen will, sollte sich dieses Theaterstück ansehen. Es ist ein besonders unterhaltsames Theaterstück, welches einfach und verständlich aus der Sicht eines Vierzehnjährigen erzählt wird. Ich habe mit den Figuren mitgefühlt, mitgelacht und mich schon lange nicht mehr so gut amüsiert.