Weiße Rose

Das Sozialpraktikum „Szenenwechsel“ – Langweilige oder interessante Erfahrung?

Anonym am 26. März 2018 um 8:00

In der neunten Klasse kann man sich entscheiden das Fach Religion zu wählen. Dies ermöglicht ein freiwilliges Sozialpraktikum im zehnten Schuljahr.
Aber was nützt überhaupt das Sozialpraktikum? Das fragen sich viele Schüler/innen, die vor dieser Entscheidung stehen.

Während des Praktikums ist man nicht nur hilfsbereit und für andere da, sondern entwickelt sich auch persönlich weiter. Außerdem darf die Wichtigkeit der freiwilligen Arbeit nicht in Vergessenheit geraten. Man erlernt unter anderem neue Kompetenzen wie zum Beispiel Mut, Mitgefühl und Zuverlässigkeit. Auch die Menschennähe spielt eine große Rolle. Es ist sehr zu schätzen, wenn sich die Schüler sozial engagieren, um für sich und für andere Verantwortung zu übernehmen.
Viele Erwartungen der Praktikanten werden übertroffen, beispielsweise gutes Zusammenarbeiten mit den Mitarbeitern. Die meisten Schüler/innen haben Angst den verlangten Anforderungen an ihrem Praktikumsplatz nicht gewachsen zu sein. Jedoch bewahrheiten sich diese Befürchtungen häufig nicht.

Das Praktikum findet meist einmal in der Woche nach dem Schultag statt, doch trotz des stressigen Ablaufs ist das Sozialpraktikum eine Bereicherung und ermöglicht einen Einblick in ein anderes soziales Umfeld.
Es gibt viele Möglichkeiten und unterschiedliche Abteilungen, in denen man helfen und unterstützen kann. Darunter fallen Alten- und Behindertenheime, Second-Hand-Läden, Gasthäuser, Bahnhofsmissionen und die Tafel. Als Praktikant/in ist es immer schön die Freude und Dankbarkeit der Hilfsbedürftigen zu spüren. In Einsatzstellen wird auf eigenständiges Arbeiten gezählt und eine gewisse Reife ist erforderlich. Die Tätigkeiten weichen je nach Praktikumsstelle ab. Zu den Aufgabenbereichen zählen: Wäsche waschen und aufhängen, Essen vorbereiten und an Obdachlose verteilen, Spiele spielen, Nachmittage planen und gestalten.
Teilweise helfen die Sozialpraktika auch, um eine Entscheidung für das spätere Berufsleben zu treffen.
Durch die Erfahrung wird einem häufig bewusst, dass man glücklich und dankbar sein sollte mit dem, was man hat.

Anonym

Meinungen

Der Religionskurs des jetzigen 10. Jahrgangs hatte Anfang des Jahres am Sozialprojekt „Szenenwechsel“ unserer Schule teilgenommen. Ich habe ein paar Schülerinnen und Schüler zu ihrer Meinung über das Sozialpraktikum befragt und folgendes in Erfahrung bringen können:

Niklas: „Ich fand mein Sozialpraktikum eigentlich ganz gut. Ich war bei der Dortmunder Tafel, einer Organisation, die Lebensmittel von Supermärkten und anderen Einrichtungen gespendet bekommen. Diese werden aussortiert und an bedürftige Menschen weitergegeben. Es gab eigentlich immer irgendetwas zu tun und man hatte nie Langeweile. Besonders beim Austeilen der Mahlzeiten kam man mit den Gästen in Kontakt und lernte unter anderem verschiedene Lebenssituationen kennen, die einem zuvor eher fremd waren. Allerdings war gerade dies ein bedeutender „Szenenwechsel“. Ein kleiner Kritikpunkt war nur, dass wir immer sehr früh da sein mussten, da das Essen bis zur Eröffnungszeit um 10 Uhr vorbereitet sein musste. Außerdem war es meist sehr voll, da täglich mehrere hundert Gäste kamen. Zudem kommt noch, dass es zu manchen Zeiten ein wenig streng gerochen hat, allerdings gewöhnte man sich schnell daran.“

Steffen: „Mein Praktikumsplatz im Altenheim St. Ewaldi war eigentlich ganz cool. Ich wurde gut in das Team integriert und meine Hauptaufgabe war es eigentlich, beim Auf- und Abbau sowie bei der Durchführung des Programms mitzuhelfen. An dem Programm selbst habe ich auch teilgenommen, und ein wenig auf die Bewohner aufgepasst und ihnen bei Fragen zur Seite gestanden. Anfangs waren die Bewohner allerdings noch ein wenig schüchtern und trauten sich nicht mich anzusprechen, dies wiederum legte sich mit der Zeit und es entwickelten sich irgendwann interessante und witzige Gespräche. Die Bewohner erzählten besonders gern von irgendwelchen schönen Erlebnissen, die sie in ihrem Leben erlebt hatten. Dabei merkte man besonders, dass sich die Bewohner sehr über die Anwesenheit von neuen Leuten erfreuten und genossen es jemanden zu haben, der ihnen einfach mal zuhörte. Während des Praktikums habe ich einige neue Erfahrungen sammeln können und fand es toll etwas Gutes getan zu haben.“

Corinna: „Also mein Praktikum in der Gemeindebücherei Asseln war vom Aufgabenbereich her nicht besonders spannend, da ich zumeist nur Bücher sortiert oder Notationen erneuert habe. Da ich sehr interessiert an Büchern bin, konnte ich so meine freie Zeit gut damit verbringen, in ein paar Büchern herum zu schmökern. Ab und zu durfte ich auch bei der Ausleihe und Rückgabe am PC mithelfen und kam so auch in Kontakt mit den Besuchern. Eigentlich war es immer witzig mit meinen Schulkameraden, und auch die Mitarbeiter waren sehr freundlich und hilfsbereit. Es hat mich auch ein wenig beeindruckt, dass die Bücherei einzig und allein von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt wird.“

Schulleben

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