Weiße Rose

Trennung von E- und G-Kurs nützlich?

am 30. Juni 2016 um 20:07

Mathematik Tafel

Wie die meisten SchülerInnen ab der neunten Klasse wissen, gibt es keine räumliche Trennung von E- und G-Kursen in Mathe, Physik, Deutsch und Englisch, obwohl zwischen ihnen bei den Aufgaben unterschieden wird. Aber das war nicht immer so. Vor nur etwa drei bis vier Jahren gab es diese Trennung noch und beide Kurse wurden komplett separat unterrichtet, was allerdings durch einen Schulkonferenzbeschluss aufgehoben wurde.
Die Motivation dahinter ist, dass durch den gemeinsamen Unterricht die „schwachen“ Schüler von den besseren oder schnelleren E-Kurslern lernen können und diese durch das Wiederholen und Erklären ihr Wissen vertiefen. Den G-Kurslern werde außerdem die Möglichkeit gegeben schon den Stoff des E-Kurses kennenzulernen, um leichter aufschließen zu können oder gar zu wechseln. Doch war dies erfolgreich?
Größtenteils ja. In allen Fächern bis auf Mathematik kam positives Feedback und es gab meist nur Startprobleme, die sich nach einiger Zeit aber wieder legten. Doch in Mathematik gibt es starke Kritik an dem jetzigen System, da es nach Aussage der Mehrheit der Mathelehrer nicht möglich sei den Bedürfnissen beider Kurse gerecht zu werden, sodass der E-Kurs unterfordert und der G-Kurs überfordert seien. Dies soll zur Folge haben, dass eine erfolgreiche Vorbereitung auf die Oberstufe stark erschwert sei. Darüber hinaus seien die Stunden, die für die unterschiedlichen Themenbereiche jeweils erforderlich sind, so diskrepant, dass ein gemeinsamer Unterricht hier weidlich erschwert wird.
Daher machte die Fachkonferenz Mathematik den Vorschlag, die Trennung nur in Mathematik wieder einzuführen. Für den Vorschlag dies ab der zehnten Klasse wieder zu tun sprach sich die große Mehrheit aus.

Auch die Lehrerkonferenz gab diesen Vorschlag mit einer eindeutigen Mehrheit an die Schulkonferenz weiter, sodass bei der letzten Schulkonferenz am 5.4. darüber diskutiert und abgestimmt werden konnte. Leider konnten die eingetragenen Lehrervertreterinnen, die in der Mathefachschaft sind, aus dringenden privaten Gründen nicht an der Konferenz teilnehmen. Anderen Vertretern oder Vertreterinnen der Mathefachschaft wurde die Teilnahme als Gast verwehrt, da dies aus diversen Gründen technisch nicht möglich gewesen sein sollte.
Das finale Ergebnis der Schulkonferenz war das Ablehnen dieses Vorschlages, was nach Meinung der Schulleitung richtig sei, da ein auf Kompetenzen und nicht auf Sachinhalte fokussierter Unterricht erfolgen solle. Zur Lösung diese Konflikts wurde mithilfe der Mathelehrer eine Kompromisslösung erarbeitet. Diese sieht voraus, dass jeder Jahrgang der zehnten Klasse zwei Mathelehrkräfte zusätzlich erhält und diese zur Trennung der Kurse bei Bedarf zur Verfügung stehen und auch einen eigenen Raum haben, sodass mehr Freiheit über die Art der Differenzierung gegeben wird und trotzdem G-Kurs Schüler und Schülerinnen maximalen Nutzen aus dieser Reglung ziehen können und ihnen die Möglichkeit erhalten bleibt den Stoff des E-Kurses mitzuverfolgen.

Leonard Jeckel

Quellen
Bild: https://pixabay.com/en/mathematics-formula-physics-school-757566 (CC0)

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