Weiße Rose

Zöliakie – eine seltene Erkrankung?

am 18. Februar 2018 um 8:00

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Hinter dem Begriff Zöliakie versteckt sich eine Erkrankung. Sie besteht lebenslang und kann vom Kleinkind bis hin zum Erwachsenen im höheren Lebensalter bei jedem auftreten.
Bei mir wurde sie in meinem ersten Lebensjahr diagnostiziert.
Man kann es eine Allergie nennen oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, vergleichbar mit einer Laktoseintoleranz. Zusätzlich ist es aber auch noch eine Autoimmunerkrankung.
Ist es bei der Laktose der Milchzucker, sorgt bei einer Zöliakie allerdings das Gluten (Klebereiweiß) für Unruhe im Körper.Gluten ist ein Bestandteil von Getreide, wie wir es alle kennen.
Es befindet sich beispielsweise in Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel. Daraus wiederum werden fast alle Back- und Teigwaren hergestellt wie Brot und Brötchen, Pizzaboden, Nudeln und vieles mehr. Gluten eignet sich besonders gut zum Herstellen von o.g. Produkten, da das Klebereiweiß, wie der Name schon sagt, die Konsistenz deutlich erhöht.
Nimmt eine von Zöliakie betroffene Person Gluten zu sich, gelangt es durch die Speiseröhre in den Magen bis hin zum Dünndarm. Auf dem Weg wird zum Beispiel die Pizza in immer kleinere Teile zersetzt, sodass sie am Dünndarm klein genug sind, um als Nährstoff ins Blut überzugehen. Normalerweise!
Mit einer Zöliakie erkennt der Körper den kleinen Bestandteil der Pizza, das Gluten, als ungesund oder giftig an. In Folge darauf versucht der Körper das Gluten loszuwerden.
Einige Personen müssen sich übergeben, bekommen Durchfälle oder beides. Wieder andere bekommen einen gewölbten Bauch und Bauchweh.
Bleibt die Krankheit unentdeckt, kann es passieren, dass gerade bei Kindern in jungen Jahren Entwicklungsstörungen auftreten. Kleinwuchs, Gedeihstörungen, Muskelschwäche und/oder Blässe können dabei Symptome sein. Auch Appetitlosigkeit ist eine logische Folge einer falschen Ernährung.
Grund der Symptomatik ist, dass nicht nur das Gluten, sondern auch alle anderen Nährstoffe nicht vom Körper verwertet werden können.
Passiert dies öfter, fehlen wichtige Nährstoffe für die kindliche Entwicklung.
Heutzutage ist es eher selten, dass eine Zöliakie im Kindesalter nicht diagnostiziert wird. Kinderärzte können eine Zöliakie mittels Blutprobe (Antikörper im Blut) und einer anschließenden Dünndarmbiopsie sicher bestimmen. Ist jedoch eine Zöliakie diagnostiziert, müssen glutenhaltige Lebensmittel gemieden werden!
Es gibt mittlerweile tausende Alternativen dazu. Größere Firmen haben in der Krankheit eine Marktlücke entdeckt. Es erlaubt den Betroffenen, sich über eine immer größer werdende Vielfalt an glutenfreien Produkten zu freuen.
Alternativen zu o.g. Getreidearten sind Mais, Reis, Hirse, spezieller Hafer und Kartoffel. Auch sie können zu Mehlen verarbeitet werden.
Als Betroffener einer Zöliakie ist man nicht alleine. In Deutschland ist eine von 100 Personen betroffen. Es gibt zahlreiche Organisationen und Internetplattformen, die Einsteigern helfen.
Dabei wird jedoch unterschieden zwischen einem aus den USA kommenden Trend und tatsächlich Betroffenen.
Es gibt die Auffassung, dass eine Ernährung ohne Gluten gesünder sei. Dabei gibt es wie immer Studien, die diese Meinung unterstützen und Studien, die Gegenteiliges herausfanden.
Wie auch immer man zu der Entscheidung kommt, glutenfrei zu leben, wird die Erkrankung Zöliakie immer populärer.
Genau wie dieser Artikel hilft dies hoffentlich, die Menschen für Zöliakie zu sensibilisieren.

Tobias Kley

Schulleben | Weltgeschehen