Weiße Rose

Blutige Schokolade

Anonym am 6. Februar 2017 um 9:00

Nestle ist ein Weltkonzern, der in beinahe allen Bereichen der Lebensmittelindustrie zu finden ist. Ob Schokolade, eine 5-Minuten-Terrine oder einfach eine Flasche Wasser, alles kann man von Nestle erwerben. Viele Produkte sind auch aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, zum Beispiel Maggi. Nicht nur als Würze für viele Suppen oder andere Gerichte, sondern auch als Instant-Nahrung. Im Süßwarensektor ist der Schweizer Konzern ebenfalls stark vertreten, unter anderem gehören die Marken After Eight, Kitkat oder Lion zum Sortiment.
Auch bei uns an der Schule werden Produkte von Nestle verkauft, man kann in der Mensa zum Beispiel Kitkat kaufen. Dieses schokoladenhaltige Produkt ist seit 1975 auf dem deutschen Markt erhältlich, bis 1988 wurde es auch noch nicht von Nestle vertreten, in diesem Jahr wurde jedoch die Firma Rowntree`s von Nestle übernommen. Der Kakao für die Riegel stammt wie auch jeder andere Kakao für Nestle-Produkte und viele weitere schokoladenhaltige Produkte aus Ghana oder der Elfenbeinküste. Dabei betreibt Nestle selbst KEINE Kakaoplantagen, sondern kauft den Kakao von vielen Kleinbauern. Die Lieferketten sind sehr undurchsichtig und eigentlich kann dem Konsumenten nicht gezeigt werden, dass der Kakao unter fairen Bedingungen angebaut wurde. Nestle gibt zwar vor, mit dem Cocoa Plan Nachhaltigkeit zu fördern, Kleinbauern zu unterstützen und Kinderarbeit zu verbieten. Doch am Ende kann das niemand überprüfen, da ja niemand außer Nestle weiß, wo der Kakao herkommt.
Seit den 1980er Jahren soll es auf Plantagen in Ghana und in der Elfenbeinküste nicht nur Kinderarbeit sondern auch Kindersklaven geben. Unter unmenschlichen Bedingungen müssen die Kinder 80 bis 100 Stunden in der Woche auf der Plantage arbeiten. Zwar gibt Nestle vor, diese „Art“ der Arbeit zu verbieten, doch Fakt ist, dass sich die Zahl der Kindersklaven seit 2008 noch erhöht hat. Auch enthalten die meisten Schokoladenprodukte von Nestle Palmöl. Palmöl wird rund um den Äquator angebaut. Dort gibt es viele Regenwälder, die für den Anbau der Ölpalmen abgeholzt werden. So werden nicht nur die „Arbeiter“ auf den Kakaoplantagen geschädigt, sondern auch noch die Umwelt und der Boden in den Anbaugebieten des Kakaos und des Palmöls. Kritische Stimmen werden von Nestle oft ignoriert, so wie zum Beispiel 2010, als die ARD den Weg des Kakaos zurückverfolgt hatte und erst keine Drehgenehmigung in der Elfenbeinküste bekam und anschließend erst keinen Interviewtermin mit den Firmenchefs bekam. Auch Gewerkschafter, die sich kritisch gegen den Konzern stellen, werden ruhiggestellt, indem man ihnen mit Kündigung droht.
Alles in allem kann man das Vorgehen von Nestle sehr kritisch betrachten. Auch sollte überdacht werden, ob man solch „Blutige Schokolade“ weiter an unserer Schule verkaufen sollte.

Bildquelle:
www.flickr.com/photos/phdinparenting/4850472543 (CC BY-NC 2.0)

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