Weiße Rose

Das Leseverhalten der neuen Generation

Larissa Lueg am 14. Februar 2018 um 8:00

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Immer weniger Jugendliche der heutigen Generation greifen zum Buch. Anstelle eines Buches nutzen sie beispielsweise das Internet als Informationsquelle und warten, um an Unterhaltung zu gelangen, bis der jeweilige Film zum Buch erscheint. Jedoch hat das Lesen auch in der heutigen Gesellschaft eine enorme Wichtigkeit. Aufgrund dessen möchte ich die Schüler und Schülerinnen, sowie die Lehrer und die Eltern der Geschwister-Scholl-Gesamtschule über das jetzige Leseverhalten und die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen informieren.

Wie bereits erwähnt ist das Lesen gerade für Kinder und Jugendliche relevant. Es dient nicht nur zum Beschaffen von Informationen, sondern fördert zudem die Dialogfähigkeit. Außerdem verfügen Schüler und Schülerinnen, welche regelmäßig lesen, über einen viel größeren Wortschatz. Zudem verbessert sich die Rechtschreibung. Dies ist gerade heutzutage sehr wichtig, da viele Wörter durch den Einfluss von sozialen Netzwerken automatisch falsch geschrieben werden. Die bessere Rechtschreibung und der erweiterte Wortschatz machen sich oftmals auch in den guten schulischen Leistungen der Kinder bemerkbar.

Auffällig ist, dass sich das Leseverhalten der Mädchen häufig von dem der Jungen unterscheidet. Mädchen lesen viel mehr aus Vergnügen und eigenem Interesse. Jungen hingegen lesen überwiegend in der Schule. Dies bestätigt eine von Frank Maria Reifenberg durchgeführte Umfrage, in der rund 52 Prozent der Jungen aussagten, dass sie nur lesen, wenn sie lesen müssen.
Viele Jungen sind der festen Überzeugung, dass sich das Lesen gar nicht lohnt, da man auch das Internet als Informationsquelle nutzen kann und dies sei laut der „Buben“ um einiges leichter.
Außerdem sind die Jungen der Meinung, dass das Lesen vielmehr „Mädchensache“ ist. Doch nicht nur in der Motivation unterscheiden sich die beiden Geschlechter. Ein weiterer Unterschied liegt in der Länge des Lesens. Während 17,5 % der Mädchen länger als eine Stunde lang lesen, lesen nur rund 9,1 % der Jungen so lange. Dies zeigt, dass Mädchen im Durchschnitt um einiges länger lesen als die Jungen. Klare Unterschiede weisen auch die Themen der Bücher auf. Meistens bevorzugen Mädchen Bücher, welche Beziehungs- , Tier- oder Liebesgeschichten beinhalten, in denen das Schicksal anderer im Vordergrund steht. Jungen hingegen interessieren sich viel mehr für spannende und actionreiche Bücher, die von Kämpfen, Herausforderungen und Bewährungen handeln. Oftmals taucht in diesen Büchern ein besonderer Held auf.

Während Jungen unrealistische Bücher wählen, um in andere Welten einzutauchen, wählen Mädchen eher realistische Geschichten, mit denen sie sich ein Stück weit selbst identifizieren können.
Außerdem lesen Jungen des Öfteren Comics, da sie eine bessere Bild-Text-Kombination herstellen können als Mädchen.
Im Allgemeinen haben Mädchen ein größeres Themenspektrum als Jungen, da sie gerne mal ein Buch lesen, welches typisch für Jungen ist. Jungen jedoch würden eher weniger zu einem typisch mädchenhaften Buch greifen.
Aufgrund der Tatsache, dass immer weniger Kinder und Jugendliche, insbesondere Jungen, den Weg zum Lesen finden, sollten diese neu motiviert werden, denn das richtige Buch kann eine Menge Spaß bereiten und gleichzeitig die Rechtschreibung sowie den Wortschatz verbessern. Ein Vorschlag, um Schüler und Schülerinnen erneut für das Lesen zu begeistern, wäre das Errichten eines neuen Unterrichtsfaches, welches sich ausschließlich mit dem Lesen beschäftigt, denn der reguläre Deutschunterricht bewirkt das komplette Gegenteil und treibt den Schülern das Lesen eines Buches vielmehr aus. Sollten Bücher im Unterricht gelesen werden, so sollte jedes Kind frei nach seinem eigenen Interesse entscheiden dürfen, welches Buch er oder sie lesen möchte. Auf diese Art und Weise kann jeder einzelne Schüler selbst seinen Weg zum Lesen finden. Wird aber ein Buch vorgeschrieben, so wird zunächst nur das Desinteresse der Jugendlichen geweckt, da nicht jeder die gleichen Interessen teilt und somit nicht jeder die gleichen Bücher gut findet. Außerdem sollte in jedem Unterrichtsfach ein passendes Buch, wie zum Beispiel ein Atlas oder ein Lexikon, zur Informationsbeschaffung bereitgestellt werden, nicht aber die Computer im Klassen- oder Computerraum. Denn durch das Nutzen des Internets während der Schulzeit, werden die Kinder in ihrem jetzigen Verhalten nur noch einmal bestärkt.

Ich denke, dass wir jetzt etwas an unserer Einstellung zum Thema Lesen ändern müssen, um unseren nachfolgenden Generationen ein Vorbild sein zu können und um die Bücher auch in unserer modernen Welt zu erhalten. Denn gerade in der heutigen Gesellschaft, welche durch soziale Netzwerke und das Internet geprägt ist, sind Bücher für jeden Einzelnen enorm wichtig, auch um weiterhin eine korrekte Rechtschreibung und einen großen Wortschatz besitzen zu können.

Larissa Lueg

Bildquelle:
https://www.pexels.com/de/foto/bucher-gestapelt-kentnisse-lesen-159826/

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