Weiße Rose

Tiefe Trauer in den Alpen

am 6. Juli 2016 um 16:38

Airbus 320 Germanwings

Der 25. März 2015 war einer der schrecklichsten Tage des Jahres, An diesem Tag stürzte ein Flugzeug der Lufthansa-Tochter Germanwings in den französischen Alpen ab, 149 Menschen starben. Der Co-Pilot, Andreas L., flog die Maschine des Typs A320-211 bei Le Vernet gegen einen Berg. An Bord des Flugzeuges, welches in Barcelona gestartet war, befanden sich 16 Schülerinnen und Schüler und ihre zwei Lehrerinnen aus dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See.
Mehr als 600 Angehörige kamen genau ein Jahr später nach Le Vernet, einen Ort mit gerade einmal 132 Einwohnern, nahe der Absturzstelle. Nach einer von Sicherheitskräften streng abgeschirmten Zeremonie brachen einige Angehörige zu Fuß oder mit kleinen Bussen auf in Richtung Col de Mariaud, dem genauen Absturzort.
An der Stelle, wo die Maschine auf den Berg traf, stand ein farbiges Signal. Die Angehörigen konnten bis auf wenige hundert Meter an die Stelle treten, wo ihre Familienangehörigen oder Freunde so grausam von einem schwerst depressiven Co-Piloten mit in den Tod gerissen wurden. Der Ausblick ist sonst einer der schönsten in den französischen Alpen, doch heute sind die Berge erfüllt von Trauer, auch kein einziger Segelflieger ist zu sehen.
Die Bewohner des Dorfes Le Vernet hatten in der Dorfkirche einen Korb mit Steinen für die Angehörigen bereitgestellt, damit diese etwas vom Berg mitnehmen konnten, selbst wenn sie es nicht übers Herz gebracht hätten, zur Absturzstelle zu wandern.
Der Chef der Lufthansa sprach indes den Familien nochmals sein Mitgefühl aus und sprach von „konstruktiven Lösungen“ bei den Entschädigungen. Bisher haben die Angehörigen 50.000 Euro Soforthilfe und 25.000 Euro Schmerzensgeld erhalten, nächste Angehörige erhielten zusätzlich noch 10.000 Euro. Doch auch dieses Geld wird die Wunden des Verlustes nicht heilen können.

Hendrick Heimbruch

Quellen:
Bild: Thomas Woodtli (Flickr: DSC01538) CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

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