Weiße Rose

Übernahme für 59 Milliaren Euro

am 16. Februar 2017 um 9:00

Bayer

Der deutsche Chemieriese Bayer hat in den vergangenen Wochen nach langen Verhandlungen eine Einigung mit dem amerikanischen Konzern Monsanto erzielt. Für 66 Milliarden Dollar (59 Milliarden Euro) hat Bayer den Zuschlag bekommen. Mit dieser Summe stellten die Leverkusener nicht nur einen internen Rekord auf, sondern konnten gleichzeitig die größte Übernahme eines Unternehmens in Deutschland verzeichnen. Doch was für ein Konzern ist Bayer eigentlich?

Der Bayer-Konzern wurde bereits im Jahre 1863 im heutigen Wuppertal gegründet. Damals stellte Bayer ausschließlich Farben her. In den kommenden Jahren wuchs das Unternehmen und musste auch den Standort wechseln. 1895 zog Bayer dann schließlich an den Rhein, wo sich schnell viele Menschen ansiedelten, die Stadt Leverkusen wurde 1930 dann an dieser Stelle gegründet. Doch bevor es soweit kam, brach der 1. Weltkrieg aus. Der Krieg traf Bayer völlig unvorbereitet. Da auch die Verantwortlichen von Bayer davon ausgingen, dass der Krieg schnell zu Ende sei, wurde ein Lazarett in einer der Produktionshallen eingerichtet und Verletzte mit Medikamenten versorgt. Doch der Krieg dauerte wesentlich länger, sodass lange nicht produziert werden konnte. Im späteren Verlauf des Krieges wurden Gase, die bei der Farbenproduktion entstanden, abgesaugt und im Gaskrieg eingesetzt. Kurz darauf begann Bayer auch damit, tödliche Gase ausschließlich für den Gaskrieg herzustellen, insgesamt mehr als 50.000 Tonnen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden einige Teile des Konzerns enteignet, es wurde die IG Farben gegründet. Doch der Name Bayer wurde weiterhin verwendet, unter diesem Namen wurden nämlich noch Arzneimittel verkauft (1931 zum ersten Mal das Medikament ASS).
Zur Zeit des Nationalsozialismus produzierte Bayer Öl- und Schmierstoffe, Kautschuk sowie verschiedene Gase. In den Bayer-Werken wurden in dieser Zeit auch Zwangsarbeiter eingesetzt, dass lag daran, dass der Betrieb als „kriegswichtig“ galt. 1944 sollen 4.300 Zwangsarbeiter bei Bayer gearbeitet haben. Am 14.04.1945 wurde das Werk in Leverkusen von amerikanischen Truppen eingenommen. 1950 wurde die ehemalige IG Farben von den Alliierten zerschlagen und die Bayer AG gegründet. In den folgenden Jahren wurde die Bayer AG größer und konnte mehr und mehr produzieren. Vom Wirtschaftswunder begünstigt konnte das Unternehmen wachsen. Im Jahr 1990 hatte Bayer dann 171.000 Mitarbeiter; die bisher meisten. Zwischen 2002 und 2005 wurde das Unternehmen umstrukturiert. 2006 übernahm Bayer dann die Schering AG, einen Berliner Pharmabetrieb. Zwischen all diesen großen Ereignissen gab es auch noch viele kleinere. Es gab auch viele Proteste aufgrund von Umweltproblemen. Bayer bietet aber auch viel für seine Mitarbeiter, die werkseigene Fußballmannschaft wird zwar heute nicht mehr aus Arbeitern gebildet, spielt dafür aber seit vielen Jahren in der 1. Bundesliga. Auch eine Stiftung zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird von der Bayer AG verwaltet.

Handrick Heimbruch

Bilderquelle:
www.flickr.com/photos/conanil/1201709115

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