Weiße Rose

Was darf Satire?

am 20. Februar 2017 um 9:00

Jan Böhmermann

Bevor wir uns der Frage stellen, was darf Satire überhaupt, sollten wir uns eine andere Frage stellen.

Was ist Satire?
Ich möchte mich hierzu eines Zitates von Tucholsky bedienen: „Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: Er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.“
Das heißt ins einfachere übersetzt, dass Satire eine Möglichkeit ist auf Missstände hinzuweisen, hierbei beschreibt der Satiriker diese aber nicht direkt, sondern stellt die Missstände überspitzt da.

Und warum fragen wir uns überhaupt, was Satire darf?
In den letzten Monaten gab es immer wieder viele Diskussionen darüber, wie viel Satire darf und wo Satire zu weit geht.
Die Welle der Diskussionen über Satire begann am 07. Januar 2015 mit dem Anschlag auf Charlie Hebdo, eine französische Satire- Zeitschrift, welche unter anderem Karikaturen über Muslime veröffentlicht hatte. Dies war der Grund für die Anschläge durch die Terroristen der Terrormiliz Al-Qaida.
Als Reaktion auf die Anschläge folgte auf der ganzen Welt eine Solidaritätswelle, durch welche der Satz “Je suis Charlie” (übersetzt aus dem Französischen: “ich bin Charlie”, gesprochen: Jä Sui Scharli) weltweite Bekanntheit errang. Viele Leute gingen in den folgenden Tagen auf die Straße und bekundeten so ihre Solidarität zu dem Magazin, zu Frankreich und zu Satirikern.
Auch das Dortmunder U zeigte am Tag nach dem Anschlag den Schriftzug “Je suis Charlie”.

Die letzte große Diskussion über Satire folgte, als sich Jan Böhmermann, ein deutscher Satiriker, über den türkischen Präsidenten Erdogan lustig machte, indem er eine Karikatur über diesen veröffentlichte. Als Reaktion darauf beschwerte sich Erdogan bei der Bundesregierung und klagte wegen Beleidigung gegen Jan Böhmermann.
Dies sorgte für eine Welle der Empörung, in welcher stark darüber diskutiert wurde.

Was darf Satire überhaupt und wann geht sie zu weit?
Vor fast 100 Jahren äußerte sich Tucholsky zu der Frage „Was darf die Satire?“ mit dem Wort „Alles“.
Viele Menschen fanden in den vergangenen zwei Jahren die gleiche Antwort und solidarisierten sich somit mit vielen Satirikern.
Aber bei genauerer Betrachtung fragt man sich dann doch, ob es richtig wäre satirische Werke über den Holocaust, das dritte Reich oder ähnliches zu machen?
Diese Frage möchte ich in diesem Artikel unbeantwortet lassen und so jedem die Chance geben seine eigene Meinung zur Satire zu bilden, gerne freuen wir uns auch über eure Meinungen zur Satire.

Nun haben wir uns aber nicht nur gefragt, zu was Satire verwendet werden darf und wo sie fehl am Platz ist, sondern auch, wie sie aussehen kann.
Bei welchen Begriffen geht sie zu weit?

Also, was ist alles Satire und wo geht diese zu weit?
Ist es erlaubt mit Satire Leute zu beleidigen, wenn es auf einen Fehler in der Politik hinweist? Oder darf Satire nur Kritik äußern, ohne dabei jemanden zu verletzen und wann ist eine Person von Satire verletzt?

Jeden Tag findet sich in der Zeitung eine Karikatur über die tagesaktuelle Politik, meistens ist auf dieser unser Regierungsoberhaupt Angela Merkel (CDU) zu sehen. Obwohl sie selber nicht gegen Karikaturen über sie geklagt hat, hat sie in den vergangenen Monaten viel Kritik geerntet.
Auch eine Partei in Deutschland bedient sich häufig der Satire und des Witzes , die PARTEI, darf man das überhaupt in der Politik?
Darum haben wir nachgeforscht und nach Regeln für die Satire gesucht. Gibt es Internetartikel, wo steht, was Satire darf, und was nicht, wann darf sich Satire Satire nennen und wann ist es nur ein einfacher Witz?

Letztendlich sind wir aufgrund dieser Aussagen zu dem Ergebnis gekommen, dass Satire theoretisch alles darf, es handelt sich weder um einen geschützten Begriff, noch um etwas, was genau definiert ist.
Jedoch gibt es einige Anhaltspunkte, nach denen sich für die meisten Satire richtet.
Satire darf niemals zu Gewalt aufrufen und sollte nicht geschmacklos sein, das heißt, in Satire muss auf ein Problem aufmerksam gemacht werden und es sollte (nach Möglichkeit) keine Person eindeutig beleidigt werden, sondern wie zuvor genannt, auf ein Problem hingewiesen werden, die Personen, die ggf. für das Problem verantwortlich sind oder es lösen können, sollten sich jedoch angesprochen fühlen.

Auch in dieser Ausgabe der Schülerzeitung haben wir uns der Satire bedient, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Gefällt euch das? Oder findet ihr, dass unsere Satire-Artikel zu weit gehen? Gerne lesen wir eure Meinung dazu, schreibt uns doch einen Leserbrief, einen eigenen (Satire-)Artikel oder eine kurze Stellungnahme per Mail an mail@sz-gsg.de oder unten in den Kommentaren.

Jonas Wolf

Bildquelle:
de.wikipedia.org/wiki/Datei:Jan_Böhmermann_in_Rostock_2014_06.jpg

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